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Katholische Kirche
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Katholische Kirche


Mit der Stationierung der Salvegarde (kaiserliche Schutztruppe) in Leer im Jahr 1678 zur Unterstützung der Durchführung kaiserlicher Verordnungen in Ostfriesland erhielt die Bildung der katholischen Gemeinde in Leer großen Auftrieb.

Bis hierhin hatte sie nur insgeheim wirken können. Eine erste Erwähnung über ein richtiges Gotteshaus gab es aber erst um 1700, es hieß, dass in einem Privathaus Gottesdienste abgehalten werden würden. Im Jahr 1719 konnte die stetig wachsende Gemeinde für 600 Reichstaler ein eigenes Haus erwerben.

Da die Zahl der Gläubigen immer mehr zunahm, erreichte der derzeitige katholische Kommandant der Leeraner Salvegarde, Baron Höfflinger, im Jahr 1725 beim Fürsten Georg Albrecht zwar zunächst die mündliche Zusage für einen Erweiterungsbau dieses Gotteshauses, aber aufgrund des Protests von protestantischer Seite nahm er sie alsbald zurück.

Im August 1728 hingegen erlaubte er allerdings „auf dem alten Fuß“ des vorherigen Gotteshauses eine neue Kirche bauen zu dürfen. Wieder wurde heftig protestiert, so dass erst nach Übernahme der Herrschaft Ostfrieslands durch Preußen die freie Ausübung des katholischen Gottesdienstes in Leer erlaubt wurde.

Schon 1737 hatte man sich Gedanken über eine Vergrößerung des kleinen Gotteshauses gemacht, aber erst 1767 stellte die katholische Gemeinde den Antrag zur Erweiterung ihrer Kirche und Erbauung eines Glockenturms. Gegen den Bau der Kirche an derselben Stelle erhoben die Lutheraner wegen der zu großen Nähe zur lutherischen Kirche jedoch Einspruch.

Nach langem Hin und Her bestätigte der König am 2. Januar 1775 wiederum die Konzession vom 5. August 1767, womit der Weg zum Neubau einer Kirche endgültig frei war. Am 6. Juni 1775 begann man mit dem Abbruch des alten Gebäudes, am 15. Dezember 1775 konnte bereits die Weihe des Gotteshauses durch den damaligen Pater Frankenfeld vorgenommen werden. Für den Kirchenbau, einem schlichten Saalbau unter einem Walmdach, hatte sich besonders die bekannte Familie von Hane eingesetzt.

Der Turm der heutigen St. Michaelskirche wurde nach dem Vorbild der Kirche von Wahn, die vom münsterschen Baumeister J.C. Schlaun entworfen wurde, erbaut. Über dem Portal ein Sandsteinrelief, das den Hl. Michael mit dem Drachen darstellt.

Öffnungszeiten des Pfarrbüros:

Dienstag, Donnerstag, Freitag  9.00 Uhr – 11.00 Uhr

Gottesdienste

dienstags, 15.00 Uhr Borromäushospital, Eucharistiefeier
donnerstags, 15.00 Uhr, Borromäushospital, Eucharistiefeier
freitags, 9.00 Uhr, St. Michael, Eucharistiefeier
sonntags, 9.00 Uhr, Borromäus-Hospital, Eucharistiefeier
sonntags, 10.30 Uhr, St. Michael, Hochamt

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Heilige Michael mit dem Drachen
Der Heilige Michael. Der Erzengel Michael (hebräisch Wer ist wie Gott?) ist einer der drei in der Bibel erwähnten Erzengel.

Er gilt als Schutzengel des jüdischen Volkes und soll um den Leichnam des Moses, dessen Bestattung ihm übertragen war, mit dem Teufel gekämpft haben. Auch die Offenbarung des Johannes stellt ihn als Sieger über den Teufel in Gestalt eines Drachen und dessen Engel dar. Darum wird er als Führer der himmlischen Heerscharen verstanden.

Papst Gelasius I. 493 widmete ihm das im 9. Jahrhundert allgemein gewordene Fest Michaelis oder Michaeli am 29. September, an dem heute auch die Erzengel Gabriel und Raphael gefeiert werden. Sein Hauptheiligtum ist der Monte San Angelo in Apulien, wo er im frühen Mittelalter erschienen sein soll. Von dort verbreitete sich sein Kult in ganz Europa. Meist wurden ihm Bergheiligtümer geweiht.

Er gilt als Schutzpatron Deutschlands sowie der Soldaten, Kranken, Händler und Seeleute.

In der Kunst erscheint er entweder zusammen mit den beiden anderen biblischen Erzengeln sowie dem vierten Erzengel Uriel, in späteren Zeiten nur noch zu dritt. Die häufigste Abbildung ist, wie er den Teufel in die Hölle stürzt. Zuweilen wird er auch mit dem Flammenschwert dargestellt, mit dem er den Eingang zum Paradies bewacht. Oft steht auf seinem Schild oder in seiner Nähe "Quis ut Deus?" (Wer ist wie Gott?) als lateinischer Hinweis auf seinen Namen.

Die Wetterfahne

auf der St. Michaelkirche ist ein Hahn. In der Regel lässt die Turmbekrönung einen Rückschluss auf die Konfession zu. Außerhalb

Katholische Kirche
Die Wetterfahne auf der St. Michaelkirche ist ein Hahn.
Norddeutschlands, wo der Hahn (der „Gallische Hahn“) auch Ev.- ref. Kirchen krönt, kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Wetterhähne auf katholische Kirchen hindeuten. Abgesehen von seiner Bestimmung als Wetterfahne erscheint er da als Symbol des Sieges Christi über das feindliche Dunkel und die Schrecknisse der bösen Geister sowie als derjenige, der uns zum Tagwerk ruft und als Richter dereinst aus dem Todesschlafe wecken wird. Zudem geht der Wetterhahn auf das Matthäus-Evangelium zurück: "Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen." Der Evangelienbericht des Apostels Matthäus (Matth. 26, 75) dokumentiert diese Prophezeiung Christi an seinen Jünger Petrus am Abend, bevor dieser ihn an die Römer verrät. Dass ausgerechnet ein Hahn auf vielen Kirchturmspitzen verrät, woher der Wind weht, geht auf diese Bibelstelle zurück. In der christlichen Symbolik steht der Hahn daher für Wachsamkeit, besonders wenn es um Verrat geht, und für die Bereitschaft zur Buße.

Seit wann es Brauch wurde, den Hahn auf den Kirchturm zu setzen, ist nicht eindeutig belegt. Die ältesten erhaltenen Zeugnisse stammen jedoch aus dem Mittelalter. So wird erstmals ein Kirchturmhahn zu Beginn des 9. Jahrhunderts bezeugt. Bischof Rampertus von Brescia hat ihn im Jahre 820 aus Bronze gießen und auf dem Turm der Kirche San Faustino Maggiore anbringen lassen. Heute ist der Hahn als Windfahne zur Selbstverständlichkeit geworden und hält seinen Kopf nicht nur auf Kirchtürmen, sondern auch auf so manchem öffentlichen Gebäude oder Privathaus in die Richtung, aus der der Wind kommt.

Jesus selbst wählte seine Worte im Matthäus-Evangelium im zeitgenössischen Sinne: Bei den Römern kündigte der Hahn das Licht des neuen Tages an. Daher war das stolze Federvieh dem Sonnengott Sol und seiner Wachsamkeit wegen dem Gott Merkur geweiht. Die Römer knüpften ihre nächtliche Zeiteinteilung an den Ruf des Hahns: Man bezeichnete die dritte Morgenstunde als "gallicinium", die Zeit, wenn die Hähne anfangen zu singen – das Verb "krähen" kennt die lateinische Sprache nicht. Die Zeit bis zur fünften Morgenstunde nannte man entsprechend dem fortgesetzten Krähen das "conticinium".

Für kirchliche Schriftsteller bot der Hahn – auch ohne den Bibeltext zu bemühen – reichlich Stoff zu gleichnishaften Betrachtungen. Er ist das Sinnbild Christi, der zum Leben, zur Auferstehung und zum Licht der christlichen Hoffnung führt. Dieses Bild ist bei Aurelius P. Clemens Prudentius (348 bis nach 405) am reichsten ausgemalt. Der frühchristliche Dichter vergleicht Christus, den Seelenerwecker, der die Finsternis besiegt mit dem Licht verkündenden Tier. Im ersten der zwölf lyrischen Hymnen des Tagesliederbuchs "Cathemerinon" heißt es:

Der Hahn, des Tages Bote kräht.
Er kündet laut das nahe Licht.
Uns weckt im Herzen Christi Ruf.
Treibt nun zum wahren Leben an.

 

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