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Mit Ökoprofit Energien bündeln

Pressemitteilung der Hochschule Emden-Leer

Unternehmen sollen sich zertifizieren lassen

Emden – Unternehmen die Möglichkeit bieten, die Energieeffizienz im eigenen Betrieb zu optimieren, dabei von den Erfahrungen anderer zu profitieren und zugleich einen Beitrag zur Energiewende zu leisten – das ist das Ziel des Projekts „Ökoprofit“.  
  
Als erste Kommunen im Nordwesten wollen sich jetzt auch die Städte Emden und Leer in Zusammenarbeit mit der Initiative greentech OSTFRIESLAND daran beteiligen. Die Partner werden zu diesem Zweck ein Netzwerk aus regionalen Unternehmen gründen – mit dem Fokus auf das Thema Energie.

Bei Ökoprofit (Ökologisches Projekt für Integrierte Umwelttechnik) handelt es sich um ein Label, das seinen Ursprung in Österreich hat und vor einigen Jahren auch in Deutschland eingeführt wurde. Mit großem Erfolg: Inzwischen nehmen jährlich bundesweit mehr als 100 Kommunen und über 3000 Betriebe daran teil. „Es ist das erfolgreichste Projekt zur Wirtschaftsförderung und Umsetzung von Umweltmanagement in Deutschland – nur in unserer Region hat es bisher noch nicht Fuß gefasst“, so Jann Gerdes, Klimaschutzmanager der Stadt Emden, während eines Pressegesprächs am Donnerstag an der Hochschule Emden/Leer.

Das soll sich nun ändern: Um bei Ökoprofit mitzumachen, haben die Städte Emden und Leer die erforderlichen Lizenzen erworben und sind damit Träger des Kooperationsprojekts.

greentech OSTFRIESLAND, eine Initiative zur Bündelung der grünen Technologien in der Region, fungiert als Schirmherr. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Unternehmen zusammen zu bekommen, die sich durch ein spezielles Energieaudit von Ökoprofit zertifizieren lassen“, so Dr. Stephan Kotzur von greentech OSTFRIESLAND. Die Leeraner Bürgermeisterin Beatrix Kuhl und Emdens Oberbürgermeister Bernd Bornemann möchten dieses Vorhaben für ihre Kommunen bestmöglich unterstützen, wie sie am Donnerstag betonten.

"Ökoprofit ist ein nachweislich wirksames Element der Kunden- und vor allen Dingen Mitarbeiterbindung.
Gerade in den heutigen Zeiten des Fachkräftemangels sicherlich ein signifikantes Argument. Nachhaltige Wirtschaft mit den Blick in die Zukunft teilt sich die selbe Seite der Medaille mit der Ökologie. Zudem bietet Ökoprofit eine seltene Möglichkeit, dass sich Unternehmen aus völlig unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen und unabhängig von der Mitarbeiterzahl und Umsatz gleichberechtigt auf Augenhöhe über mindestens 12 Monate vernetzen können. Die 4 geplanten Netzwerktreffen sollen in den Firmen stattfinden. So wird versucht das jeder abseits des eigenen Tagesgeschäfts Ideen für seinen eigenen Geschäftsbereich entwickeln kann. Die Stadt Leer unterstützt mit Ökoprofit zudem die heimischen Firmen, sofern sie ein Nicht-KMU sind, bei der verpflichtenden Erstellung eines Energieaudits. Diese müssen (gültig für 4 Jahre) in 2019 aktualisiert, oder neu erstellt werden. Da unser erster Ökoprofit Durchgang im Frühsommer beginnen soll, werden die Auswertungen zeitlich passend im Frühjahr 2019 vorliegen, so dass damit die Auditberichte erstellt werden können. Die Unternehmen können somit aus der Pflicht (zur Erstellung eines Energieauditberichts) eine werbewirksame Kür (mit anerkannten Zertifikat) gestalten", so Leeraner Bürgermeisterin Beatrix Kuhl.

Was vielen Unternehmern noch nicht bekannt ist: Seit dem Jahr 2015 sind Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten und einem entsprechend hohem Jahresumsatz sogar gesetzlich dazu verpflichtet, diese Maßnahme umzusetzen. Dies gilt für kleine und mittelständische Unternehmen zwar nicht – diese können jedoch für bis zu 80 Prozent der Beratungskosten eine Förderung beantragen.

Während das Label Ökoprofit ursprünglich die ganze Bandbreite der Ressourceneffizienz umfasst, wolle man sich mit „Ökoprofit Energie“ zunächst auf das klimaschutzrelevante Thema fokussieren, wie Karsten Everth, Klimaschutzmanager der Stadt Leer, erklärte. Mitarbeiter- und Kundenbindung seien zudem in Zeiten des Fachkräftemangels und die Ermittlung von Kostensenkungspotentialen für Unternehmen von großer Bedeutung.

Zu den ersten Firmen des Netzwerks gehören die AG Ems in Emden und die CB Energie GmbH aus Leer. Die AG Ems hat sich im vergangenen Jahr bereits einem Audit unterzogen und aus den Ergebnissen wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Thomas Starke von Büttner & Jantzon betonte zudem die positive Wirkung, die ein solches Engagement auf Kunden wie auch auf die Mitarbeiterakquise habe.

Das Projekt „Ökoprofit Energie Ostfriesland“ läuft ein Jahr lang. In diesem Zeitraum wird es vier Netzwerktreffen geben, die jeweils bei einem der teilnehmenden Unternehmen stattfinden. „Wir haben in unserer Region genug Kompetenzen, um dieses Projekt erfolgreich umzusetzen“, so Prof. Dr. Gerhard Kreutz, Präsident der Hochschule Emden/Leer und Initialzünder von greentech OSTFRIESLAND. Die Auftaktveranstaltung ist für den Frühsommer geplant.

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