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Annie Heger erhält den Wilhelmine-Siefkes-Preis

Die Freude bei Annie Heger war riesengroß, als ihr von Beatrix Kuhl der Wilhelmine-Siefkes-Preis verliehen wurde. Sie war für die musikalische Begleitung der Preisverleihung engagiert worden und völlig überrascht, als ihr Name genannt wurde.

Der Preis, der mit 2.500 Euro dotiert ist, wird alle 4 Jahre verliehen. Die Preisträgerin wurde von einer Jury ausgewählt, der neben Bürgermeisterin Beatrix Kuhl, mit Garrelt van Borssum (Leer), Carl-Heinz Dirks (Emden), Dr. Reinhard Goltz (Bremen) und Grietje Kammler (Aurich), Literaturwissenschaftler und Kenner der plattdeutschen Literatur und Sprache angehören.

Bürgermeisterin Beatrix Kuhl hielt ihre Rede auf Plattdeutsch und zeigte sich erfreut, dass erstmals eine Frau den Wilhelmine-Siefkes-Preis erhält. Sie erinnerte an Wilhelmine Siefkes, eine Kämpferin, die sich für die Bildung sozial Schwächerer stark gemacht hat und stellte die Frage, ob hier heute zwei Frauen gestanden hätten, wenn sich in der Vergangenheit nicht Frauen für ihre Rechte eingesetzt hätten.

Die Laudatio hielt Grietje Kammler von der Ostfriesischen Landschaft. „Annie Heger draggt daato bi, dat sück dat Ansehn van Plattdüütsk ännert un verhogert“, stellte sie fest und nannte Annie Heger liebevoll „Uns Liza Minelli ut Spetzerfehn“.

Die Preisträgerin bedankte sich ganz herzlich für die Auszeichnung und richtete einen besonderen Dank an ihre Familie. „Mit Opa habe ich gerne plattdeutsch gesungen und meine Oma hat uns plattdeutsche Geschichten erzählt“, erinnerte sich Annie an ihre Kindheit.

Die Musik war Annie schon in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater verdiente sein Geld mit Musik und nahm Annie oft zu Auftritten mit. Mit 17 stand sie das erste Mal auf der Bühne und merkte schnell, dass das Schauspielern und Singen ihr Ding ist. 2014 übernahm sie die künstlerische Leitung des Plattart-Festivals. Mit dem plattdeutschen Musikkabarett „Watt ´n Skandaal“ geht sie auf Tournee. Sie ist ein Multitalent, spielt, singt, tanzt und moderiert; auch die Kultsendung auf NDR 1, „Hör mal ´n beten to“. Für den Kinofilm „Plattdeutsch für Anfänger“ brachte Annie dem Schauspieler Didi Hallervorden Plattdeutsch bei.

Am Abend der Preisverleihung konnten sich die Gäste von dem Unterhaltungs- und Gesangstalent von Annie Heger überzeugen. Sie präsentierte gemeinsam mit Vanessa Maurischat am Keyboard Lieder wie „Ik fall seeker“ und Klunkers“. Gemeinsam mit ihrer Kusine, Insina Lüschen, sang sie „De Maand, de is nu upgahn“.

Annie Heger wird mit dem Preis für ihr umfassendes und nachhaltiges Wirken in unterschiedlichen Bereichen der ostfriesischen Kultur ausgezeichnet. Als Sängerin und Entertainerin, als Autorin und Moderatorin bewahrt sie die Sprache Plattdeutsch und entwickelt sie auf vielfältige Art weiter.

Wer Annie Heger einmal live erleben möchte, sollte am 20. Oktober ins Leeraner Zollhaus kommen. Dort moderiert sie den plattdeutschen Bandcontest „Plattsounds“.